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Pull-Raten verstehen: Was wirklich in einem Booster steckt

Pull-RatenBoosterGrundlagenSammeln

Wenn du einen Booster öffnest, hoffst du auf eine bestimmte Karte. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass du sie tatsächlich ziehst? Die Antwort liegt in den Pull-Raten. Dieser Artikel erklärt, was Pull-Raten sind, wie du sie berechnest und wie du sie für deine Sammlung nutzen kannst.

Was sind Pull-Raten?

Pull-Raten geben an, wie häufig eine bestimmte Karte oder Kartengruppe in einem Booster vorkommt. Sie werden meist als Verhältnis angegeben, zum Beispiel 1:12 oder 1:144. Das bedeutet: Im Durchschnitt enthält jeder zwölfte bzw. jeder 144. Booster eine solche Karte. Wichtig: Das ist ein Durchschnitt über eine große Anzahl von Boostern. Es gibt keine Garantie, dass du nach genau zwölf Boostern die Karte ziehst. Jede Booster-Öffnung ist unabhängig voneinander.

Pull-Raten sind keine offiziellen Versprechen der Hersteller. Sie werden von der Community durch das Öffnen großer Mengen an Boostern ermittelt. Die tatsächlichen Raten können von Set zu Set variieren und sind manchmal nur grob bekannt.

Wie Pull-Raten berechnet werden

Grundlage ist die Gesamtzahl der möglichen Karten in einer bestimmten Seltenheitsstufe. Angenommen, ein Set hat 100 Karten der Seltenheit „Secret Rare“, und in einem Booster ist genau eine Secret Rare enthalten. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Secret Rare zu ziehen, 1 zu 100 – vorausgesetzt, alle Secret Rares sind gleich häufig. In der Praxis sind sie das oft nicht: Manche Karten sind seltener als andere, auch innerhalb derselben Seltenheitsstufe. Das führt zu unterschiedlichen Pull-Raten.

Ein einfaches Beispiel: In einem Set gibt es 20 „Ultra Rares“. Du öffnest 100 Booster und ziehst 25 Ultra Rares. Die durchschnittliche Pull-Rate für eine Ultra Rare liegt dann bei 1:4 (100 Booster geteilt durch 25 Ultra Rares). Für eine bestimmte Ultra Rare wäre die Rate 1:80 (100 Booster geteilt durch 25 Ultra Rares mal 20 mögliche Karten). Das ist eine grobe Näherung, die annimmt, dass alle Ultra Rares gleich häufig sind.

Warum Pull-Raten wichtig sind

Pull-Raten helfen dir, realistisch einzuschätzen, wie viele Booster du öffnen müsstest, um eine bestimmte Karte zu ziehen. Sie sind auch nützlich, wenn du Booster kaufst: Du kannst besser abschätzen, ob sich der Kauf für dich lohnt – nicht im finanziellen Sinne, sondern im Sinne deiner Sammlerziele. Wenn du eine Karte unbedingt haben möchtest, ist der direkte Kauf auf dem Sekundärmarkt oft günstiger und sicherer, als Booster zu öffnen und auf Glück zu hoffen. Das ist keine Finanzberatung, sondern eine praktische Überlegung für Sammler.

Pull-Raten können auch bei der Planung von Draft- oder Sealed-Events helfen. Wenn du weißt, wie häufig bestimmte Karten in einem Booster vorkommen, kannst du besser einschätzen, welche Strategien sinnvoll sind.

Häufige Missverständnisse

„Nach 12 Boostern muss die Karte kommen“

Nein. Die Pull-Rate von 1:12 bedeutet nicht, dass nach zwölf Boostern garantiert eine bestimmte Karte dabei ist. Jeder Booster ist unabhängig. Es kann sein, dass du die Karte schon im ersten Booster ziehst – oder erst im 30. Die Wahrscheinlichkeit, dass du in 12 Boostern mindestens eine Karte mit Rate 1:12 ziehst, liegt bei etwa 65 Prozent. Das ist keine Garantie.

„Seltenheitsstufen sind immer gleich häufig“

Innerhalb einer Seltenheitsstufe können Karten unterschiedlich häufig sein. Manche Hersteller drucken bestimmte Karten seltener, um sie begehrenswerter zu machen. Die Pull-Rate für eine konkrete Karte kann also von der durchschnittlichen Rate der Seltenheitsstufe abweichen.

„Booster sind manipuliert“

Bei versiegelten Booster-Produkten von seriösen Herstellern ist das unwahrscheinlich. Allerdings gibt es auf dem Zweitmarkt immer wieder gefälschte oder wiederversiegelte Produkte. Kaufe daher bei vertrauenswürdigen Quellen.

Pull-Raten in der Praxis: Ein Beispiel

Stell dir vor, du sammelst das Set „Sternenglanz“ und möchtest die Karte „Drachenfeuer“ ziehen. Die Community hat ermittelt, dass „Drachenfeuer“ in etwa 1 von 72 Boostern vorkommt. Du kaufst eine Boosterbox mit 36 Boostern. Die Wahrscheinlichkeit, dass „Drachenfeuer“ in dieser Box ist, liegt bei etwa 39 Prozent (1 minus die Wahrscheinlichkeit, dass sie in keinem Booster ist: (71/72)^36 ≈ 0,61). Das bedeutet: In etwa 61 von 100 Fällen ist die Karte nicht in der Box. Das ist kein Grund zur Enttäuschung, sondern eine realistische Erwartung.

Wenn du die Karte unbedingt haben möchtest, ist es oft effizienter, sie einzeln zu kaufen. Der Preis auf dem Sekundärmarkt spiegelt den Sammlerwert wider, nicht eine garantierte Wertsteigerung. Betrachte ihn als Ausgabe für dein Hobby, nicht als Investition.

Wie du Pull-Raten für dich nutzen kannst

  • Setze realistische Erwartungen: Wenn du weißt, dass eine Karte 1:144 ist, überlege, ob du wirklich 144 Booster öffnen möchtest.
  • Plane dein Budget: Lege vorher fest, wie viel du für Booster ausgeben möchtest. Pull-Raten helfen dir, den Aufwand einzuschätzen.
  • Nutze Community-Daten: Viele Sammler teilen ihre Pull-Ergebnisse. Diese Daten sind nicht perfekt, aber sie geben Anhaltspunkte.
  • Verfolge deine eigenen Pulls: Wenn du deine eigenen Öffnungen dokumentierst, kannst du mit der Zeit deine persönlichen Raten erkennen. Apps wie TCGrail können dir dabei helfen, deine Sammlung zu verwalten und Pulls festzuhalten.

Fazit

Pull-Raten sind ein Werkzeug, um die Wahrscheinlichkeit bestimmter Karten in Boostern einzuschätzen. Sie sind keine Garantie und keine exakte Wissenschaft, aber sie helfen dir, informierte Entscheidungen zu treffen. Behandle das Booster-Öffnen als das, was es ist: ein Hobby mit Überraschungsmomenten. Freue dich über gute Pulls, aber ärgere dich nicht über ausbleibende Karten – die nächste Öffnung kommt bestimmt.